Komplexe Systeme – komplexe Entscheidungen

Wir leben in einer Zeit ständiger Veränderung, in Systemen mit zunehmend komplexen Synergien. (Blair & Rillo, 2016, S. 22) Das Ausmaß ihrer Entscheidungen einzuschätzen, fällt Führungskräften aufgrund heterogene Interessensgruppen, dynamischer Umfelder sowie zahlloser Unwägbarkeiten häufig schwer. Doch ebenso oft erstarren Projektteams im Entscheidungsprozess. Damit Informationen zu komplexen Sachverhalten ausgetauscht werden können, bedarf es guter kommunikativer Fähigkeiten. An dieser Aufgabe scheitern viele Meetings.

Ursprünglich war das Fördern der Kommunikationskompetenz jedoch nicht das Ziel des Einsatzes von Legosteinen im geschäftlichen Umfeld. (Kristiansen & Rasmussen, 2014, S. 49) Initial ging es darum, die Imaginationsfähigkeit von Projektteams zu steigern.

The participants know that they will be engaging their imagination – that is, their ability to form a mental image of something that does not yet exist – in order to see things that have not happened yet.

Die Teilnehmer wissen, dass sie ihre Vorstellungskraft benutzen müssen – ihre Fähigkeit sich Dinge vorzustellen, die noch nicht existieren.

(Kristiansen & Rasmussen, 2014, S. 40)

Kreativität – ein Lösungsansatz

Komplexe Herausforderungen fordern auch zunehmend die Kreativität und den Innovationsgeist der Projektteams. Oft ist der Weg zur Lösung nicht gerade, sondern viel mehr ein Zig-Zag-Pfad. (Kristiansen & Rasmussen, 2014, S. 64) Trauen sich die Mitglieder nicht, auch zunächst abwegig klingende Einfälle offen auszusprechen, herrscht nicht nur betretenes Schweigen, sondern Stillstand. Zudem kommen die besten Einfälle nicht zwangsläufig von demjenigen, der am lautesten für seine Ideen einsteht. Deshalb sollten auch introvertierte Teammitglieder die Möglichkeit erhalten, ihre Gedanken in einer offenen Atmosphäre zu teilen.

Meinungen formen, Entscheidungen formulieren

Ziel der LEGO SERIOUS PLAY Methode ist die gemeinsame Reflexion über ein zuvor bestimmtes Thema. Vermieden werden soll allerdings dominantes und vorurteilsbehaftetes Verhalten in der Gruppe.

Zur Durchführung der Methode bedarf es eines Moderators, der zuvor die Regeln sowie die Aufgabe erklärt. Nun erschafft jedes Teammitglied mithilfe der Legosteine ein Abbild seiner Gedanken oder seines Lösungsvorschlages. So bekommt Jeder die Möglichkeit über die eigene Haltung nachzudenken. Im Anschluss an diese Einzelarbeit tritt die Gruppe erneut zusammen. Nacheinander stellen die Teilnehmer ihre Ideen vor. (Kristiansen & Rasmussen, Building a Better Business Using the Lego Serious Play Methode, 2014, S. 52)

Die zuvor gebauten Modelle bieten nun den Vorteil, dass sie Sprechern wie Zuhörern eine Projektionsfläche bieten. (Blair & Rillo, 2016, S. 26) Persönliche Differenzen bleiben außen vor, Jeder kommt zu Wort und es wird sichergestellt, dass jede Idee Verständnis findet, egal wie Abstrakt der Gedanke auch sein möge. Hat jedes Teammitglied seinen Monolog beendet tritt die Gruppe in die nächste Phase, den Diskurs, ein.
Dieser Prozess versetzt die Gruppe in die Lage, eine begründete und demokratische Entscheidung unter Berücksichtigung zahlreicher Gesichtspunkte und Meinungen zu treffen.

LEGO-Modelle als Metapher

Im Gegensatz zum kindlichen Umgang mit LEGO, die Wirklichkeit möglichst Originalgetreu abzubilden, hat die LEGO SERIOUS PLAY Methode eine metaphorische Sichtweise zum Ziel. Jede Konstruktion erhält eine bildhafte Bedeutung. (Kristiansen & Rasmussen, Building a Better Business Using the Lego Serious Play Methode, 2014, S. 31 – 32)

Metaphern ermöglichen es, die Welt in all ihren Facetten zu erfassen und Details als wesentlich wahrzunehmen. Außerdem wird die Herausforderung, individuelle Perspektiven verständlich und lebhaft darzustellen, intuitiv und fast mühelos gemeistert. Noch ausschlaggebender für das Gelingen von Kommunikation kann jedoch das Bewusstwerden der eigenen Ansichten sowie das Formen einer eigenen Meinung sein. (Kristiansen & Rasmussen, 2014, S. 32 – 34)

Die LEGO SERIOUS PLAY Methode wurde bereits von Organisationen auf der ganzen Welt erfolgreich eingesetzt, darunter Airbus, Coca-Cola sowie die UNESCO. (Blair & Rillo, 2016, S. 23)

Quellen:
Blair, S., & Rillo, M. (2016). Serious Work How to Facilitate Meetings & Workshops Using the LEGO Serious Play Method. Promeet.
Kristiansen, P., & Rasmussen, R. (2014). Building a Better Business Using the Lego Serious Play Methode. (T. L. Group, Hrsg.) New Jersey: John Wiley & Sons.

Bildquelle: istockphoto – LewisTsePuiLung

You may also like

No Comment

You can post first response comment.

Leave A Comment

Please enter your name. Please enter an valid email address. Please enter a message.